Hej Katarina, wie lange bist Du eigentlich schon bei Second Attempt? Und was machst Du hier genau?

Ich bin als Praktikantin schon seit dem 20. Juli 2015 dabei und beschäftige mich hauptsächlich mit Projektmanagement. Im Sommer war ich selbst praktisch an der Durchführung von Projekten wie dem Werk.Stadt.Garten beteiligt. Jetzt im Herbst und Winter läuft da zwar nicht mehr so viel, aber dafür haben wir im Büro umso mehr zu tun - all das mit den Buchungen und Quittungen. Bei einem Verein ist die Finanzierung oft nicht so selbstverständlich geklärt wie in einem Unternehmen - deswegen stehen wir immer in direktem Kontakt mit der Stadt und verschiedensten Stiftungen. Ich hatte viel mit der Steuererklärung zu tun, das war manchmal ziemlich hart, aber aufschlussreich. Jetzt im Dezember geht es dann wieder ganz konkret um unserem Stand auf dem Görlitzer Weihnachtsmarkt.

Wohnst Du eigentlich hier in Görlitz?

Ja. Den ersten Monat bin ich noch aus Zittau gependelt, aber seit August wohne ich hier. In Zittau habe ich halt vorher BWL studiert, dann habe ich aber hier meinen Praktikumsplatz gefunden.

Und wie gefällt es Dir hier? Was magst Du gerne und was vermisst Du?

Görlitz lebt! Ich vermisse eigentlich garnichts, außer vielleicht ein bisschen den See und die Natur um Zittau herum. Im Sommer kann man in hier noch abends durch die Straßen in der Altstadt laufen und begegnet Menschen, während in Zittau schon ab 18 Uhr tote Hose ist. Es passiert einfach viel in Görlitz und ich kann dann die Durchführung der Veranstaltungen und Projekte mit verfolgen.

Glaubst du, dieser Eindruck hat etwas damit zu tun, dass du bei Second Attempt arbeitest und dadurch viel mitbekommst?

Vielleicht - ich habe aber auch sonst offene Augen und Ohren wenn es um Projekte geht. Im ersten Jahr meines Studiums wollte ich noch im Banksektor arbeiten, dann kamen allerdings zwei Dozenten, die viel Erfahrung im Projektmanagement und Projektfinanzierung haben und mir das Thema so richtig schmackhaft gemacht haben...

Könntest Du dir denn vorstellen, noch länger in Görlitz zu bleiben? Oder gehen deine Zukunftsvisionen eher in eine andere Richtung?

Ich kann mir schon vorstellen zu bleiben. Vielleicht mache ich weiter im Verein mit einem BUFDI (Bundesfreiwilligendienst). Für das weitere Studium würde ich dann an das IHI in Zittau gehen, denn da wird auch ein Master “Projektmanagement” angeboten.

Gibt es etwas, was am Anfang ungewohnt für dich war, als du zu Second Attempt gekommen bist?

Naja, auf jeden Fall viele neue Prozesse und viele neue Fragen. Zum Glück konnte ich mich mit meinen Fragen immer gleich an die Kollegen wenden, nicht wie in einem Unternehmen, wo man nicht selten allein gelassen wird. Insgesamt gibt es hier im Verein eine gute Betreuung und ein angenehmes, persönliches Arbeitsklima.

Welche Hoffnungen hast Du für die weitere Entwicklung von Second Attempt?

Wie die meisten hier bei Second Attempt habe ich mich in der letzten Zeit viel mit unserem Betreiberkonzept für ein neues Jugendkulturzentrum befasst. Ein solches Zentrum bietet viele Möglichkeiten für den Verein, für die Stadt und ihre Bewohner. Im Optimalfall werden viele junge Menschen die Angebote nutzen und sich dabei selbst ausprobieren können - dabei wird der eine oder andere vielleicht sogar eine Beruforientierung mit Perspektiven in Görlitz finden. Alles in Allem sollte das Zentrum zur Erhöhung der Lebensqualität und Gemeinschaft in der Stadt beitragen, sodass mehr Menschen sich entscheiden, hier zu bleiben. In meiner Bachelorarbeit beschäftige ich mich gerade intensiv mit den finanziellen Rahmenbedingungen von Vereinsarbeit. Dabei wird mir bewusst, wie abhängig Institutionen wie Second Attempt von Drittmitteln und vom Wohlwollen der Stadt sind. Um größere Projekte in die Hand zu nehmen und Strukturen aufbauen zu können bedarf es da schon Mut und stabiler Unterstützung, die möglichst unabhängig von der aktuellen Wirtschaftslage bestehen bleibt.